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Die Gedanken sind frei…



Bei der Reise durch mein Leben, habe ich einen Iraker kennengelernt, der mir seine ganz eigene Geschichte erzählte. Von dem, wie ein Leben abenteuerlich verlaufen kann, was wichtig ist und was Freiheit bedeutet.

Mein Freund, nennen wir ihn Raki, lebte als ein wohlhabendes Kind einer angesehenen Familie im Irak und hatte eine geplante und erfolgreiche Zukunft vor sich. Ein Studium als Physiker, ein eigenes Haus, eine nette Familie, die Welt lag ihm zu Füssen. Was dann passierte nennt man Schicksal oder das Rad der Fortuna. Der Krieg im Irak begann, das Studium des jungen Mannes brach je ab, denn er wurde von seinen eigenen Landsleuten wg. des Geld gekidnappt. Nach vielen Monaten des Martyriums kam er wieder frei und er kehrte als ein schwerverwundeter Mann nach Hause zurück. Er war so geschunden, dass selbst seine Mutter ihn nicht mehr erkannte. Im Laufe dieser Kriegszeit wurde sein Elternhaus zerbombt, wobei seine Eltern umkamen und alles um ihn herum versank im Chaos. Zu einer bestimmten Zeit ging es nur noch um das nackte Überleben. Raki und seine Geschwister, sowie alle seine Freunde beschlossen, ins Ausland zu flüchten. Das war der einzige Weg, sein Leben und das der anderen zu retten, egal wie. Von da an zerfiel sein Netzwerk, Freunde weg, Familie weg und seine Zukunft wurde ungewiss. Er aber blieb ganz ruhig, denn Raki war gebildet und intelligent. So war ihm wohl bewusst, dass alles was man besitzt vergänglich ist. Die Dinge des Lebens sind zerbrechlich, flüchtig und nur geliehen. Spätestens beim Tod würde ihm sowieso alles weggenommen werden. Er hatte seine guten Erinnerungen und bisher hatte in seinem Leben das Positive überwogen, das half ihm jetzt.

Er flüchtete nach Deutschland und lernte in einem Jahr im Selbststudium fließend Deutsch. Ohne Beanstandung bekam er seine Papiere und lebt und arbeitet nun mit Erfolg in der Fremde. Leicht ist es nicht. Er hatte sein altes Leben hinter sich gelassen, aber er lebte.

Eines hatte er begriffen: Das Einzige, was man ihm nie nehmen konnte, egal was passieren würde, waren seine Gedanken. Die Gedanken sind die Werkzeuge und die Art und Weise, wie Unglück, Verlust und Rückschläge interpretiert werden können. Eine individuelle mentale Festung, die niemals erobert werden kann, egal was und wo es passiert.

Mut, Resilienz, Intelligenz, Erfahrungen, Genialität, Kreativität, Spiritualität und die Selbstliebe. Ein Stück der Freiheit, die nicht bezwingbar ist und die jedes Abenteuer des Seins hilfreich unterstützt.

So wie unser Freund Raki sein Abenteuer Leben mit seiner mentalen Festung bestehen konnte, so ergeht es uns allen. Das Abenteuer Leben gibt es für jeden von uns, jeden Tag auf das Neue. Wir brauchen keine Angst davor zu haben, denn wir haben ja unseren Werkzeugkasten immer dabei. Wenn wir das begriffen haben und damit richtig umgehen, dann kann uns selbst im größten Chaos, selbst in der größten Krise nichts passieren. Das gibt Kraft und Stärke und bleibt, bis das Abenteuer des Lebens, die große Reise zu Ende ist.



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